Yin Yoga, also wie genau? – FAQ

Du bist nicht so der «Yoga-Typ» oder hältst dich für zu unbeweglich für Yoga? Was soll dieses Yin Yoga überhaupt genau sein? Es ist an der Zeit, Klarheit zu schaffen und die wichtigsten Fragen zu beantworten.

 

Die allerwichtigste Frage zuerst: Muss ich beweglich sein für Yin Yoga?

Nein. Im Yin Yoga brauchst du für die korrekte und leichte Ausführung der Asanas nicht beweg­lich zu sein. Es kann sein, dass dich Yin Yoga beweg­li­cher macht. Muss aber nicht.

Worum geht es beim Yin Yoga dann?

Im Yin Yoga führst du lange, sanfte Dehnungen aus. Diese haben zahl­rei­che Effekte auf deinen Körper und auch deinen Geist. Du bean­spruchst Bindegewebe wie Sehnen, Bänder, Faszien und mehr, ohne diese zu stres­sen. Organe wie Herz, Lunge, Leber, Niere, Gallenblase uvm. lassen sich stimu­lie­ren. Vor allem bieten dir die Posen, eine Gelegenheit für einen Body Scan – und der läuft in deinem Geist ab. In Verbindung mit deinem Körper, hast du Zeit und Raum, dich dem wahr­schein­lich Wichtigsten zu widmen: Deinem acht­sa­men Umgang mit aller­lei Sensationen – körper­lich oder emotio­nal.

Für wen eignet sich Yin Yoga überhaupt?

Yin braucht Yang und umge­kehrt. Yin bietet dir einen Ausgleich zu eher Yang-lasti­gen Aktivitäten. Laufen, Kampfsport, HIIT, Crossfit oder den ganzen Tag auf einem Bürostuhl?  Go for Yin!

Yin Yoga, noch nie gehört, von wo kommt das?

Die Begriffe Yin und Yang kommen aus der chine­si­schen Philosophie, insbe­son­dere dem Daoismus. Während Yang für aktive Elemente wie Kraft, Dynamik und Feuer steht, beschreibt Yin eher passive Elemente wie Beständigkeit, Ruhe, Sanftheit.

Während der Wortteil aus dem chine­si­schen entlehnt ist, wurde die Praxis an sich durch Menschen wie Paulie Zink, Paul Grilley und Sarah Powers oder einem Bernie Clarks in den letz­ten Jahrzenten geprägt. Man findet in der Praxis klas­si­sche Yoga-Posen (Asanas), oft tragen diese aber abge­wan­delte Namen.

Yin Yoga am Morgen oder am Abend?

Oft wird Yin Yoga am Abend prak­ti­ziert. Man kann so schön runter­fah­ren. Es gibt aber auch ein paar gute Gründe, Yin Yoga am Morgen (gar direkt nach dem Aufstehen) zu prak­ti­zie­ren. Die da wären:

Mit den langen Dehnungen, lassen sich Bindegewebe und Faszien gut errei­chen und bean­spru­chen. Am morgen sind die Faszien noch recht verklebt und kalte, weni­ger dehn­bare Muskeln, sollen die Kräfte besser auf die Faszien über­tra­gen.

Auch wenn Yin easy wirkt, bean­sprucht es deinen Körper und stimu­liert deine Organe. Nach einer ausge­präg­ten Yin Session soll­test du noch genü­gend trin­ken, damit der Körper rege­ne­rie­ren kann. Am Abend findest du dafür nicht mehr viel Zeit. Was rein geht, will ja auch wieder raus 😉

Aber keine Sorge. Yin Yoga Sequenzen lassen sich adap­tie­ren und diese Umstände auch abfe­dern.

Was muss ich zum anziehen mitbringen?

Lockere Kleider mit ein wenig Stretch. Normale Trainerhosen oder Leggings, kurze Hosen gehen auch. Ein beque­mes T‑Shirt oder langärm­lig, barfuss oder in dicken Socken. Wie es dir bequem ist. Es hat auch Decken vor Ort, falls es zieht. Ins Schwitzen kommen, soll­test du nicht.

Yin Yoga benö­tigt zum Teil eine hilf­rei­che Auswahl an Props wie Decken, Blöcke, Kissen und Bolster. Mit einer einzel­nen Decke und zwei Yoga-Blöcken bist aber schon gut ausge­stat­tet.

Essen und Trinken vor und nach Yin Yoga?

Trinke nicht zu viel und iss lieber 1–2 Stunden vorher nichts. Eine Tasse Tee steht bereit. Ein paar Datteln retten dich vor der Unterzuckerung. Gib deinem Körper nach einer Yin Klasse gutes gesun­des Essen und achte darauf ordent­lich Wasser oder Tee zu trin­ken.

Kann ich Yin Yoga auch mit Einschränkungen praktizieren?

Jein. Wenn du dich in den letz­ten Wochen oder Monaten gerade von einer Verletzung erholt hast, ist noch Vorsicht gebo­ten. Unbedingt mittei­len. Ich kann dir alter­na­tive Posen anbie­ten oder du kannst auch einzelne Posen skip­pen. Wenn du chro­ni­sche Beschwerden hast, gilt das eben­falls. Mann kann gewisse Stellen durch­aus sanft bean­spru­chen, um eine Verbesserung zu erzie­len. Andere Beschwerden gehö­ren eher ins Restorative Yoga, die Hände der Physio und geschul­ten Therapeuten. Das bin ich nicht.

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